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    Planung

    Eine traditionelle zyprische Hochzeit planen

    5 Min. LesezeitAktualisiert 11. Juli 2026

    Die zyprischen Hochzeitsbräuche, die sich zu übernehmen lohnen - Koufeta, das Krevati, Resi und der Geldtanz - und wie ihr sie in eine freie oder standesamtliche Feier einbaut.

    Illustration: Eine traditionelle zyprische Hochzeit planen

    Die meisten deutschen Paare, die auf Zypern heiraten, feiern eine freie oder standesamtliche Trauung, nicht den vollen griechisch-orthodoxen Ritus. Das schließt euch nicht von der zyprischen Tradition aus. Die schönsten Bräuche - das Krevati, Koufeta, Resi, der Geldtanz, Violine und Laute live - sind Dinge, die ihr euch ausleiht und in euren eigenen Tag einbaut. Hier steht, was jeder einzelne wirklich ist, wo er hinpasst und wie ihr ihn übernehmt, ohne dass eure Hochzeit zur Feier von jemand anderem wird.

    Für den Papierkram und den zeitlichen Ablauf startet ihr am besten mit unserem kompletten Leitfaden zu Hochzeiten auf Zypern und den rechtlichen Schritten für Paare aus dem Ausland.

    Das Krevati: das Bett richten

    Ein paar Tage vor der Hochzeit versammeln sich enge Freunde und Familie im Zuhause des Paares zum “Krevati” (Bettenmachen). Sie beziehen das Ehebett frisch mit weißer Wäsche und werfen dann Reis, Rosenblätter, Koufeta (gezuckerte Mandeln) und Münzen darüber - für Wohlstand und Fruchtbarkeit. In vielen Familien wird ein Baby über das Bett gerollt, im Idealfall ein Junge, als Kinderwunsch, und die Gäste legen Geld aufs Bett als frühes Hochzeitsgeschenk.

    Es ist laut, verspielt und hat nichts mit dem Aufräumen eines Hotelzimmers zu tun. Für ein deutsches Paar ist das einer der leichtesten Bräuche zum Übernehmen: Macht es am Vorabend als entspanntes Vortreffen in eurer Villa, dann dient es gleich als Aufwärmen für angereiste Gäste, die sich noch nicht kennen.

    Stolismos und das Rasieren des Bräutigams

    Am Morgen der Hochzeit werden Braut und Bräutigam getrennt im “Stolismos” (Ankleiden) hergerichtet. Die engsten Frauen der Braut kleiden sie an, stecken ihr den Schmuck an und verstecken ein kleines Glücksbringer-Andenken in ihrer Kleidung. Im Haus des Bräutigams rasiert ihn der Trauzeuge (Koumbaros) zeremoniell und markiert so den Übergang ins Eheleben. Beide Rituale werden traditionell von Violine und Laute live und bestimmten zyprischen Liedern begleitet.

    Schon eine abgespeckte Version funktioniert gut als Getting-ready-Material: Sie gibt Fotograf und Videograf echtes Ritual zum Filmen statt des üblichen Zuknöpfens der Manschettenknöpfe.

    In der orthodoxen Zeremonie

    Wenn eine oder einer von euch griechisch-orthodox ist, kommt eine kirchliche Trauung infrage, und sie ist unverkennbar zyprisch. Ein paar Dinge überraschen deutsche Gäste:

    • Keine gesprochenen Gelübde. Das Paar spricht keine persönlichen Gelübde. Die Ehe entsteht durch die Segnungen des Priesters und die Rituale selbst.
    • Ringe dreimal getauscht. Bei der Verlobung werden die Ringe gesegnet und dreimal zwischen den Partnern getauscht - ein Echo der Heiligen Dreifaltigkeit.
    • Die Stefana (Kronen). Das Paar wird mit zwei Stefana gekrönt, die durch ein einziges Band verbunden sind, das nie durchtrennt wird. Trauzeuge und Trauzeugin tauschen die Kronen dreimal über den Köpfen des Paares. Viele Paare bewahren die Stefana ihr Leben lang sichtbar zu Hause auf.
    • Der gemeinsame Kelch. Das Paar nimmt drei Schlucke Wein aus einem Kelch, eine Anspielung auf die Hochzeit zu Kana.
    • Der Jesajatanz. Trotz des Namens ist es ein langsames Schreiten, kein Tanz: Der Priester führt das Paar dreimal um den Zeremonientisch und hält dabei das Evangelium, während die Koumbari die Kronen an Ort und Stelle halten und die Gäste Reis werfen. Der Kreis steht für eine Ehe ohne Ende.

    Wenn keine oder keiner von euch orthodox ist, könnt ihr den kirchlichen Ritus nicht haben, aber ein guter freier Trauredner kann eine Segnung im Stil der Krönung oder ein Bandritual in eine symbolische Zeremonie einweben.

    Koufeta: die Mandeln mit einer Aufgabe

    Koufeta sind gezuckerte Mandeln, die den Gästen beim Gehen gereicht werden, meist in ungeraden Zahlen von fünf oder sieben, damit sich die Menge nicht teilen lässt - ein Symbol für ein Band, das nicht zu trennen ist. Die bittere Mandel steht für die Härten des Lebens, der Zucker für die Hoffnung, dass die Süße gewinnt. Sie sind gleichzeitig euer Gastgeschenk und kosten sehr wenig, was sie zur am leichtesten mitzunehmenden zyprischen Tradition macht.

    Resi und das Hochzeitsmahl

    Das Gericht, das eine wirklich zyprische Hochzeit auszeichnet, ist Resi: geschroteter Weizen, langsam mit Lamm oder Ziege über offenem Feuer gegart, historisch stundenlang von einer Gruppe Männer (Resiarides) gerührt, die dabei singen, besonders in den Dörfern rund um Paphos. Dazu erwartet euch ein volles Meze aus lokalen Käsesorten, Oliven, gegrilltem Halloumi und Dorfbrot, dann Süßspeisen wie Baklava, Galaktoboureko und Loukoumia. Die mehrstöckige Hochzeitstorte ist eine moderne Ergänzung, keine traditionelle.

    Fragt euren Caterer direkt, ob er Resi kocht. Nicht jede Hotelküche macht das, und es lohnt sich, danach zu fragen, wenn ihr wollt, dass die Feier nach Zypern schmeckt und nicht nach einem beliebigen Buffet.

    Musik, Tanz und der Geldtanz

    Traditionelle zyprische Hochzeitsmusik dreht sich um die Violine (Fkiolin) und die Laouto (Laute), ein Duo, das zyprische Hochzeiten seit Jahrhunderten trägt. Reigentänze wie der Syrtos und die Inselvariante Sousta ziehen alle auf die Tanzfläche, und die Feier läuft oft lange und laut.

    Das Herzstück ist der Tanz der Frischvermählten, das eine Mal, bei dem ein zyprischer Mann und eine zyprische Frau traditionell zusammen tanzen. Während sie tanzen, heften die Gäste Geldscheine an die Kleidung des Paares - der “Geldtanz” -, um ihnen einen schuldenfreien Start ins Eheleben zu ermöglichen. Das ist wirklich nützlich und immer ein Fotomoment. Bucht ihr auch nur für eine Stunde früh in der Feier eine Live-Folkband und übergebt dann an einen DJ, bekommen deutsche Gäste das Echte, ohne einen ganzen Abend fremder Musik. Mehr dazu, wie ihr beides verbindet, findet ihr in unserem Leitfaden zu zyprischer Hochzeitsmusik.

    Was ihr wirklich behalten solltet

    Ihr braucht nicht alles. Wählt zwei oder drei Bräuche, die euch etwas bedeuten, und macht sie richtig:

    • Günstig und einfach: Koufeta als Gastgeschenk, das Krevati als Vortreffen.
    • Starke Wirkung vor der Kamera: der Stolismos, eine Stunde Violine und Laute live, der Geldtanz.
    • Schmeckt nach Zypern: Resi von einem Caterer, der es noch kocht, ein ordentliches Meze.

    Gut gemacht geben diese Traditionen einer Hochzeit im Ausland ein Gefühl von Ort statt einer Kulisse, die überall im Mittelmeerraum sein könnte.

    Illustration von Elena Georgiou

    Autorin und Redaktion

    Elena Georgiou

    Elena schreibt über Locations, Regionen und zyprische Hochzeitstraditionen - mit Blick darauf, was für Paare aus dem Ausland praktisch funktioniert.

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